der Kölner Versorger Rhein-Energie hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 seinen Gewinn sprunghaft steigern können. So hat sich das Ergebnis nach Steuern nahezu verdoppelt, von 168 Millionen Euro im Jahr 2023 auf nun 316 Millionen Euro. Das Ergebnis wird im Wesentlichen getragen vom Kraftwerksbereich.
„Wir haben über die Langfristvermarktung unserer Erzeugungskapazitäten zu hohen Preisen auch hohe Einnahmen erzielt“, sagte Birgit Lichtenstein, im Vorstand der Rhein-Energie verantwortlich für den Bereich Finanzen, am Montag bei der Bilanzpressekonferenz in der Kölner Zentrale des Unternehmens am Parkgürtel. „Da unser Energiehandel und unser Geschäftskundenvertrieb teils auf dieselben Marktmechanismen setzen, haben wir auch dort ein ungewöhnlich hohes Spartenergebnis zu verzeichnen, was sich natürlich auf das Gesamtergebnis auswirkt.“
Rhein-Energie-Chef Andreas Feicht
Foto: Arton Krasniqi
RHEIN-ENERGIE VERDOPPELT GEWINN
Das außergewöhnlich gute Ergebnis des abgelaufenen Jahres kommt nun im Wesentlichen der Stadt Köln zugute. Die Rhein-Energie gehört zu 75,8 Prozent der GEW Köln AG, die wiederum eine Tochter der Stadtwerke Köln GmbH ist – als Holding des Stadtwerke Köln Konzerns. Wie Lichtenstein auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ mitteilte, werden 154 Millionen Euro des Überschusses somit indirekt an die Stadt Köln ausgeschüttet.
Konkret werden sogar 164 Millionen an die Holding ausgeschüttet, zehn Millionen sollen aber zur Stärkung der Holding darin verbleiben. Durch die Gewinne der Rhein-Energie werden seit vielen Jahren die defizitären städtischen Betriebe wie KVB oder die Kölnbäder subventioniert. 24,2 Prozent der Rhein-Energie gehören der Westenergie AG, einer Tochter des Essener Energiekonzerns Eon. Entsprechend werden an Eon indirekt rund 32 Millionen Euro an Dividende ausgeschüttet. 120 Millionen Euro des Gewinns verbleiben im Unternehmen und stehen für die künftig anstehenden umfangreichen Investitionen zur Verfügung.
Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der Rhein-Energie
Andreas Feicht machte aber deutlich, dass sich so ein außergewöhnlich hoher Gewinn nicht ohne weiteres wiederholen lässt. „Wir werden im laufenden Jahr wieder eine Normalisierung sehen“, sagte Feicht. Er rechnet für das Jahr 2024 mit einem Ergebnis von mehr als 200 Millionen Euro und damit in etwa auf dem Niveau des Jahres 2022. Außerdem sollen bald die Strompreise sinken.
KÖLNER BÜROS SIND IMMER WENIGER GEFRAGT
Ein Immobilienentwickler will ein Bürogebäude an der Machabäerstraße revitalisieren. Doch der Markt ist schwierig.
Copyright: Arton Krasniqi
Umsatz runter, Leerstand rauf: Der Kölner Büroimmobilienmarkt befindet sich in einer Krise. Viele Unternehmen mieten keine neuen Flächen an, denn die wirtschaftliche Lage ist in vielen Branchen schwierig, es herrscht Unsicherheit über die weitere Geschäftsentwicklung. Mit Ablauf des ersten Halbjahres 2024 ziehen Immobilienspezialisten wieder Bilanz - und skizzieren ein herausforderndes Umfeld.
Bereits laufende Suchprozesse werden wiederholt hinterfragt Andreas Reif Greif & Contzen
Wie schwierig die Situation ist, zeigt der Marktbericht des Immobilienspezialisten Greif & Contzen. „Bereits laufende Suchprozesse werden wiederholt hinterfragt und sind von neuen Anforderungen und Verzögerungen geprägt“, sagt Andreas Reul, der die Büroimmobiliensparte leitet. Der Flächenumsatz im ersten Halbjahr 2024 unterbot das bereits schwache Vorjahresergebnis deutlich und lag laut Reul bei 60.000 Quadratmetern - ein Minus von 20 Prozent. Larbig & Mortag kommen lediglich auf 52.000 Quadratmeter vermietete Bürofläche und damit sogar auf 25 Prozent weniger als im Vorjahr.
Dass die Angaben hier auseinandergehen, liegt an der Intransparenz des Marktes: Die Zahlen beruhen auf den erfassten Mietverträgen in Köln - und je nachdem, wie viele Mietverträge die Datenbank eines Immobilienspezialisten zeigt, desto höher beziehungsweise niedriger fällt die Zahl aus. Greif & Contzen stimmt sich deshalb mit anderen Marktteilnehmern ab, unter anderem in einer Expertenrunde der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung. Hier der ganze Text über die Ursachen der Schieflage.
Ihr Thorsten Breitkopf
Zum Autor:Thorsten Breitkopf, Chef der Wirtschaftsredaktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Rheinländer hat die Position 2019 übernommen. Breitkopf kommt von der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf, wo er als Wirtschaftsredakteur arbeitete.
Wirtschafts-Ressortleiter Thorsten Breitkopf
Breitkopf beschäftigte sich unter anderem mit den Themen Luftfahrt, Kreditwesen, Industrie, Handwerk und Dienstleistungen. Der Diplom-Kaufmann absolvierte nach dem Abitur eine Lehre zum Bankkaufmann und war mehrere Jahre als Bilanzanalyst bei der Deutschen Bank unter anderem in Köln tätig.
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Kaufen oder Mieten? Je nach Wohnort lohnt sich das eine oder das andere mehr. (Symbolbild)
Foto: Matthias Heinekamp
Es ist eine der großen finanziellen Entscheidungen im Leben: eine Immobilie kaufen oder lieber zur Miete wohnen? In Köln lohnt es sich etwas mehr, eine Eigentumswohnung zu kaufen - zumindest auf dem Papier. Eine Datenanalyse der Immobilienmarktforschungsgesellschaft vdp Research zeigt, dass Eigentumswohnungen im Stadtgebiet Köln im Jahr 2023 monatlich 27,32 Euro günstiger waren als vergleichbare Mietwohnungen. In der Niedrigzinsphase war diese Differenz noch deutlich größer: Im Jahr 2020 lag der Unterschied zwischen Kaufen und Mieten noch bei 199,10 Euro pro Monat.
In der Region um Köln ist die Kostenkarte meist rot gefärbt – hier ist es also günstiger, zu kaufen. Außerhalb des Rheinlands dominiert Blau, was bedeutet, dass es günstiger ist, zu mieten. Hier finden Sie die interaktive Kostenkarte.
BÄR DER WOCHE Obstbauern
Die deutschen Obstbaubetriebe erwarten in diesem Sommer eine geringere Kirschenernte als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. (Symbolbild)
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Erst die Erdbeeren, jetzt die Kirschen: Das Frühjahrswetter hat der Ernte einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie hoch der Ernteausfall bei den Kirschen ist, zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes. Im Schnitt wurde in den vergangenen zehn Jahren 47.300 Tonnen Kirschen pro Jahr geerntet. In diesem Jahr sind es nur 41.100 Tonnen - ein Minus von 13 Prozent.
Bei der Süßkirschenernte sieht es noch verhältnismäßig gut aus. 2024 wird mit 33.800 Tonnen in etwa auf dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre liegen (-0,9 Prozent). Die anstehende Sauerkirschernte dürfte mit 7.300 Tonnen die schwächste der vergangenen zehn Jahre werden. Obwohl die Anbaufläche im vergangenen Jahr etwa gleich geblieben ist, verzeichneten die Obstbauern weniger Ertrag. Gut 80 Prozent der Ernte waren Süßkirschen, knapp 20 Prozent Sauerkirschen. Hier der ganze Text.
PODCASTEMPFEHLUNG
Das K steht für Köln – und so spricht Martin Dowideit, stellvertretender Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in ekonomy mit K mit interessanten Persönlichkeiten der Wirtschaft aus Köln und der Region.