Heute von
Claudia Lehnen
Chefreporterin 
Montag, den 06.04.2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

als ich das letzte Mal Blut spenden wollte, wurde ich zurückgestellt und erstmal zum Essen eines Käsebrötchens und zum Wassertrinken verdonnert. Mein Blutdruck lag bei 90 zu 60 und damit viel zu niedrig. Die Hypotonie ist in gewisser Weise identitätsstiftend für mich. Ich bin diejenige mit dem niedrigen Blutdruck, diejenige, die immer mal wieder in Ohnmacht fällt, diejenige, die im schlimmsten Fall schon mal die Treppe aus irgendwelchen Kellerkneipen hochgetragen werden musste, weil der Kreislauf zusammensackte.

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Aber auch mein Herz-Kreislauf-System altert. Und in letzter Zeit spricht der Arzt irritierenderweise immer häufiger von einem normalen Blutdruck. Schleichendes Wachstum. Irgendwann wird er vielleicht gar zu hoch sein und ich aus allen Wolken fallen. Schließlich bin ich doch diejenige mit dem niedrigen Blutdruck.

So wie mir geht es vielen Frauen, sagt die Kölner Kardiologin Dr. Sabine Schäfer-Wiedenmann. Gerade mit Beginn der Menopause sinkt der Östrogenspiegel und dadurch verlieren Frauen ihr natürliches Schutzschild gegen Herzkreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkt. Mit teils lebensbedrohlichen Folgen. Wiegen sich Frauen doch nach wie vor in Sicherheit und nehmen deshalb Anzeichen für beispielsweise einen Herzinfarkt deutlich weniger Ernst als ihre männlichen Altersgenossen. Das liegt auch daran, dass sie häufiger in der Doppelbelastung zwischen Beruf und Familie gefangen und gewohnt sind, sich erstmal um andere statt um sich selbst zu kümmern: "Da passiert es dann häufig, dass trotz Schmerzen und Kurzatmigkeit Mittagessen gekocht wird, weil das Kind halt gleich von der Schule kommt, während ein Mann schon den Rettungswagen gerufen hätte", sagt Schäfer-Wiedenmann.

Und auch wenn sie in der Klinik ankommen, warten sie Studien zu Folge länger in der Notaufnahme und bekommen weniger Schmerzmittel. Was auch darauf zurückzuführen ist, dass Medizin immer noch männlich geprägt ist: Weniger als 20 Prozent der Führungspositionen in deutschen Kliniken sind weiblich besetzt und auch die Forschung kennt noch immer vor allem den männlichen Körper. Was das bedeutet, welche Warnsignale Frauen kennen müssen und warum fünf Werte über Leben und Tod entscheiden können, erklärt Schäfer-Wiedenmann hier im Interview.

Zehn Minuten Sonne für Herz und Seele
Wer seinem Herz, aber auch der Seele etwas Gutes tun will, hat heute übrigens ideale Gelegenheit - prognostizierten gestern zumindest die Meteorologen. Denn der Frühling kommt mit Sonnenschein im Gepäck ins Rheinland. Und schon zehn Minuten Sonnenlicht am Tag helfen dem Vitamin-D-Spiegel aus dem Wintertief und schützen damit auch unsere Herzgesundheit: Vitamin D kann den Blutdruck senken, fördert die Neubildung von Blutgefäßen und wirkt entzündungshemmend auf die Gefäßwände. Also: Halten Sie heute zwischendurch mal das Gesicht in die Sonne und genießen sie, wie glücklich der Gesundheitsboost uns gerade nach einem langen Winter machen kann.
➡️ Warum nackte Unterarme gerade jetzt der Gesundheit dienen

Dann halten Sie auch die schlechten Nachrichten besser aus, die der Gesundheitssektor auch immer mal wieder verkraften muss. In der vergangenen Woche musste das Alzheimer-Medikament Lecanemab einen Rückschlag hinnehmen. Eine Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat dem Hoffnungsträger "keinen relevanten Zusatznutzen gegenüber anderen Medikamenten" bescheinigt. Erstmal bedeutet das vor allem einen wirtschaftlichen Rückschlag für den Hersteller, weil nun eine empfindliche Preisanpassung nach unten droht. Warum das alles auch seine guten Seiten haben kann und was das für die Forschung im Kampf gegen die Demenz bedeutet, erklärt Professor Özgür Onur, Leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie an der Uniklinik Köln.
➡️ Rückschlag für Lecanemab

Lecanemab ist der erste Wirkstoff, der direkt gegen die Eiweißablagerungen im Gehirn vorgeht, die das Erinnern schleichend angreifen. Foto: Sven Hoppe/dpa

Gute Nachrichten gibt es für alle, die sich noch über das Wasserfasten informieren wollen, über das wir im Newsletter vergangene Woche berichtet haben. Wegen der großen Nachfrage kommt Professor Schwarz zu einem weiteren (mittlerweile dem dritten) Zusatztermin in unsere Workstage: Am 17. März um 15.30 Uhr. Karten gibt es hier.

➡️ Zusatztermin zum Thema Wasserfasten

Der Frühling erreicht Köln und das Rheinland. Foto: Vorname Nachname

Wer kurzentschlossen am Donnerstag noch zu unserer Veranstaltung "Haarverlust verstehen" mit der Kölner Dermatologin Dr. Margaretha Skorupka ins Domforum kommen möchte, der kann mit etwas Glück hier noch Tickets gewinnen. Wenn Sie an der Verlosung teilnehmen wollen, antworten Sie einfach bis Mittwoch, 25.02.2026 um 20 Uhr auf diese Email mit dem Betreff "Haarverlust". Die glücklichen Gewinner werden bis 26.02.2026 um 12 Uhr informiert.

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Deutsche Expertin überwältigt: Das ist mein absoluter Geheim-Tip 2026!


Was? Wie bitte?“ 
– Sie müssen in Gesprächen ständig nachfragen? Oder Ihre Liebsten schimpfen, weil der TV wieder voll aufgedreht ist? Schluss damit! Modernste Mini-Hörgeräte aus Deutschland macht Ihr Gehör endlich wieder kristallklar.

Gute Nachricht für Ihre Gesundheit

Älterwerden hat nicht nur Nachteile. Stricken, Gartenarbeit oder Backen und andere analoge Beschäftigungen – sogenannte "Oma-Hobbys" können einen positiven Effekt auf unsere mentale Gesundheit haben. Das haben verschiedene Studien bewiesen. Häkeln stärkt die Seele, Stricken senkt den Blutdruck, Handarbeiten insgesamt - auch im Garten - steigern die Fähigkeit, Probleme zu lösen und vermindern den geistigen Abbau

Kleines Lexikon der Vitamine und Mineralstoffe

Vitamin B:

Die B-Vitamine umfassen eine Gruppe von acht: B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 und B12. Sie sind entscheidend am Energiestoffwechsel, der Blutbildung und der Zellerneuerung beteiligt und stärken das Nervensystem. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, sollte eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 im Blick behalten und gegebenenfalls substituieren, denn besonders viel kann über tierische Lebensmittel wie Leber, Seelachs, Milchprodukte und Eier aufgenommen werden. Andere B-Vitamine stecken auch in pflanzlicher Nahrung wie Vollkornprodukten, Brokkoli, Spinat, Hülsenfrüchten, Nüssen und Weizenkeimen.

Ein Frühstücksei liefert etwa ein Drittel des Tagesbedarfs an Vitamin B12.
Foto: Christin Klose/dpa

Mini-Routine für ein besseres Leben
Dr. Karella Easwaran ist Autorin des Bestsellers "Glück entsteht im Kopf".
Foto: Amanda Dahms

Heute von Dr. Karella Easwaran, Kölner Kinderärztin und Autorin des Bestsellers "Glück entsteht im Kopf"

Sonnenlicht ist ein kraftvoller Taktgeber für unser Gehirn: Sobald es morgens auf die Netzhaut trifft, drosselt es das Schlafhormon Melatonin und kurbelt die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin an. So aktivieren Sie die Glücksfee im Gehirn: Nutzen Sie den Frühlingsstart und stellen Sie sich für drei bis fünf Minuten auf den Balkon oder ans offene Fenster, um das Tageslicht direkt in Ihre Augen wirken zu lassen – selbst bei Bewölkung ist die Lichtintensität draußen um ein Vielfaches höher als in jedem Innenraum. Dieser natürliche Wachmacher-Effekt synchronisiert Ihre innere Uhr, reduziert spürbar den Winterblues und steigert sofort Ihre Stimmung sowie die Konzentrationsfähigkeit für den restlichen Tag.

Ihre Claudia Lehnen
Zur Autorin: Claudia Lehnen, Jahrgang 1978, ist Chefreporterin  und interessiert sich besonders für Geschichten, in denen echte Menschen hinter Zahlen und Gesetzen sichtbar werden. Sie liebt Yoga, Stricken, Rennen, Freibäder und ihr Patchworkleben mit Mann, drei Kindern und einer Enkelin.

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