Der Newsletter wird Ihnen nicht richtig angezeigt? - Zur Webversion
Heute von
Eliana Berger
Ausgabe vom
Samstag, den 04.04.2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

NRW ist dem Kohleausstieg 2030 ein Stückchen näher gekommen: Das vorzeitige Ende des Hambacher Tagebaus, immerhin der größte Deutschlands, ist nun auch formal besiegelt. Vergangene Woche wurde der entsprechende Braunkohleplan verabschiedet. Doch die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung im Ausschuss der Bezirksregierung. Und NRW-Umweltverbände lehnen ihn sogar ab. Was ist da los?

Der Plan sieht unter anderem eine deutliche Verkleinerung des Abbaugebiets von rund 8700 auf etwa 6700 Hektar vor. Das hat zur Folge, dass die Ortschaft Morschenich-Alt und der Hambacher Forst erhalten bleiben. Außerdem enthält der Braunkohleplan ein Leitbild zur Zukunft der Tagebaulandschaft. Doch Umwelt- und Naturschutzverbände kritisieren nun, dass „der Fokus überwiegend auf wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten“ liege.

Seit einer Woche entdecken Wildpferde nach der Auswilderung ihren neuen Lebensraum auf der durch Tagebau-Abraum entstandenen Sophienhöhe am Tagebau Hambach. Sie sollen das Grasland beweiden.

Copyright: dpa 

Das erklären der BUND-Landesverband, die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt sowie der NABU in einer gemeinsamen Stellungnahme. Weder seien ausreichend Flächen für einen Biotopverbund reserviert, noch sei zu erkennen, „dass die von der Landesregierung angestrebte Waldvernetzung und der Ökosystemverbund“ sichergestellt sind. Die von RWE geschaffenen Artenschutzflächen müssten erhalten bleiben. Stattdessen sehe der Braunkohlenplan vor, sie zum Teil in landwirtschaftliche Flächen umzuwandeln. Auch den geplanten Tagebausee sehen die Umweltverbände kritisch. 

Ihr Fazit ist ernüchternd: „Das Ziel, nach Tagebauende dauerhaft ökologisch stabile Räume zur Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels zu schaffen, wird mit diesem Braunkohlenplan verfehlt.“

So soll die Zukunft des Tagebaus Hambach aussehen. Der Kohlebagger am neuen Hambach See erinnert an das Zeitalter fossiler Brennstoffe.

Copyright: Visualisierung: Neuland Hambach GmbH

Hinzu kommt, dass die Umweltverbände nicht Teil der Koordinierungsgruppe sind, die die Umsetzung der Planungen begleiten soll. „Von einer Koordinierungsgruppe weiß ich nichts“, sagt Jutta Schnütgen-Weber, Vertreterin der Naturschutzverbände im Braunkohlenausschuss. „Wir haben vorher nichts von der Einrichtung eines solchen Gremiums erfahren und sind dort auch nicht vertreten. Das kritisiere ich ausdrücklich.“ Mehr dazu lesen Sie hier.
Es sind insgesamt zwölf Weizensorten, die eine Gruppe von Landwirten aus der Region auf einem Feld zwischen Köln und Niederkassel ausgesät hat und nun intensiv beobachtet. Sie möchte herausfinden, welches Saatgut für den hiesigen Boden und die aktuellen Klimaverhältnisse besonders geeignet ist.

Bereits seit Jahren betreibt der Arbeitskreis, bestehend aus 40 Landwirten und drei kommunalen Trinkwasser-Versorgungsunternehmen, die Anbau-Versuchsreihen: „Wir versuchen, Sorten zu ermitteln, die mit einer längeren Trockenperiode im Sommer zurechtkommen“, sagt der Vorsitzende Bernd Bulich. „Andererseits sollen die Pflanzen auch ein feucht-nasses Frühjahr überstehen, ohne dass ein verstärkter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig wird.“
Wir versuchen, Sorten zu ermitteln, die mit einer längeren Trockenperiode im Sommer zurechtkommen
Bernd Bulich
Arbeitsgemeinschaft "Drüber und Drunter"
Wöchentlich trifft man sich an Parzellen, wo nebeneinander diverse Weizen-, Gersten-, Winterraps- oder Zuckerrübensorten angebaut werden. Auf den Versuchsflächen können die Landwirte beobachten, wie sich die Sorten bis zur Ernte entwickeln.

Spannend ist dabei die Differenzierung zwischen Parzellen, auf denen die Feldfrucht in üblicher Weise behandelt wird, und anderen, wo kein Schutzmittel zum Einsatz kommt. Die Ergebnisse der Versuche bis hin zur Auswertung von Erntemengen und -qualität werden abschließend allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Die Bauern können daraus Schlüsse für ihre Anbaupläne im nächsten Jahr ziehen.

Die Klimaschutzbewegung „Ende Gelände“ wird beim Verfassungsschutz von nun an als linksextremer Verdachtsfall eingestuft. „Ende Gelände“ habe sich in den eigenen Aktionsformen und ihren Grundsatzpapieren radikalisiert, heißt es dazu beim Verfassungsschutz. „So forderte ‚Ende Gelände‘ die Freilassung der verurteilten linksextremistischen Gewalttäterin Lina E. und mobilisierte in diesem Zusammenhang zum ‚Tag X‘ in Leipzig, bei dem es zu gewaltsamen Ausschreitungen durch gewaltbereite Linksextremisten kam.“

Ende Gelände nannte die Einstufung einen Skandal. Die Bundesregierung trete „unsere Verfassungsrechte auf eine lebenswerte Zukunft mit Füßen“, schreibt das Bündnis demnach in einer Stellungnahme. Was halten Sie von der Entscheidung?

Bleiben Sie hoffnungsvoll!
Herzlich,
Ihre Eliana Berger
Anzeige
AKTUELL AUF KStA
KStA FOLGEN & EMPFEHLEN
            

Copyright 2024
KStA Digitale Medien GmbH & Co. KG

Entdecken Sie unsere App

Impressum

KStA Digitale Medien GmbH & Co. KG

Registergericht Amtsgericht Köln,

HRA 13589
USt.-IdNR.: DE 179 912 781

Persönlich haftende Gesellschafterin:
KStA Digitale Medien Verwaltungs GmbH

Amtsgericht Köln, HRB 26922
Geschäftsführung: Christine Schönfelder

Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln

digital(at)kstamedien.de