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von
Thorsten Breitkopf
Ausgabe vom
Samstag, den 04.04.2026
DAS ERWARTET SIE HEUTE

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ rechnet der Hauptgeschäftsführer von Unternehmer NRW, Johannes Pöttering, mit der Rentenpolitik der Bundesregierung ab. Das Rentenpaket II hält er für eine Mogelpackung. Der Rentenversicherung drohten milliardenschwere Zusatzlasten.

Hauptgeschäftsführer Unternehmer NRW, Johannes Pöttering
Foto: Ralph Sondermann
„DIE ZECHE ZAHLEN DIE 20- BIS 50-JÄHRIGEN“

Herr Pöttering, die Rente ist ein großes Streitthema in der Ampelkoalition. Wie blicken die nordrhein-westfälischen Arbeitgeberverbände auf den Konflikt?

Pöttering:
 Der Druck wird immer größer. In Zukunft finanzieren immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner. Das IW Köln hat ausgerechnet, dass schon in sechs Jahren auf zwei Beitragszahler fast 1,5 Rentner kommen – heute liegt das Verhältnis noch bei Zwei zu Eins. Das liegt an den Babyboomern, die in großer Zahl in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig machen viele Facharbeiter und andere Leistungsträger von der Rente mit 63 Gebrauch und verschärfen so auch noch den Fachkräftemangel.


Ist das von der Ampelregierung vorgeschlagene Rentenpaket II nun eine Lösung aus Ihrer Sicht? Damit will die Ampel das Rentenniveau bis zum Jahr 2039 auf 48 Prozent festschreiben.

Statt auf die genannte Problematik entschlossen zu reagieren und gegenzusteuern, präsentiert die Bundesregierung mit dem Rentenpaket II eine große Mogelpackung. Der Rentenversicherung droht in den kommenden zwanzig Jahren eine Mehrbelastung von insgesamt rund 500 Milliarden Euro. Doch damit nicht genug: Die Ampel suggeriert den Beitragszahlern sogar eine Rentensicherheit, die es in Wahrheit nicht gibt.

Ist das von Hubertus Heil (SPD) vorgeschlagene „Rentenbollwerk“ in Ihrem Sinne?

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat ein Dogma: Er will das Rentenniveau von 48 Prozent gleich bis zum Jahr 2039 zementieren. Arbeitnehmer, die aktuell in die Regelaltersrente gehen, werden dann 80 Jahre alt sein. Damit ist die Zielgruppe definiert. Dass der Rentenversicherung so milliardenschwere Zusatzlasten bevorstehen – und das über Jahrzehnte hinweg – ist ihm anscheinend völlig egal. Realisieren will er dies mit satten Beitragssteigerungen, von derzeit 18,6 auf 22,3 Prozent im Jahr 2035.

Wer sind aus Ihrer Sicht also die Leidtragenden?

Die Zeche dürften insbesondere die 20- bis 50-Jährigen zahlen. Denn ihnen droht, die Renten-Haltelinie gleich dreifach bezahlen zu müssen: als Beitragszahler, als Steuerzahler und – in ferner Zukunft – dereinst als Empfänger von möglicherweise doch geringeren Leistungen. Und natürlich ist das Rentenpaket zudem ein schwerer Rucksack für den ohnehin derzeit schwer gebeutelten Wirtschaftsstandort Deutschland. Schließlich haben die Unternehmen die andere Hälfte der Beitragslast zu schultern. Statt die Lohnzusatzkosten endlich wieder auf 40 Prozent zu begrenzen, werden sie sogar weiter in die Höhe getrieben.

Hier lesen Sie das ganze Interview mit Johannes Pöttering.

 

SO WIRD DIE NEUE IHK-VOLLVERSAMMLUNG GEWÄHLT
IHK-Gebäude in Köln Unter Sachsenhausen
Foto: Alexander Schwaiger
Im Herbst wählen die Mitglieder eine neue Vollversammlung der IHK Köln. Wir geben einen Überblick, wer wählen kann und wie man sich für eine Kandidatur bewirbt.

Wann wird sie gewählt?

Die Vollversammlung wird vom 1. Oktober bis zum 4. November 2024 gewählt – klassisch per Briefwahl und auch digital per Online-Wahl.

Wer kann kandidieren?

Wer kandidieren will, muss ein Gewerbe im Bezirk der IHK Köln angemeldet haben, im Vorstand oder in der Geschäftsführung eines Mitgliedsunternehmens sein, Prokura haben oder „besonders bestellte Bevollmächtigte“ sein, das heißt eine der „eigenverantwortlichen Tätigkeit einer Unternehmerin oder eines Unternehmers vergleichbare Stellung“ innehaben.

Was muss ich tun, wenn ich kandidieren möchte?

Formulare für Wahlvorschläge sind über die Website der IHK Köln (www.ihk-koeln.de/vv-wahl) abrufbar. Jede Person kann nur in einer Wahlgruppe und pro Unternehmen kann nur eine Person kandidieren. Als Unternehmen gelte laut IHK aber eine Gesellschaft, die ins Handelsregister eingetragen ist. Hat ein Konzern oder auch ein kleineres Unternehmen also mehrere Tochtergesellschaften, kann theoretisch für jede dieser Firmen ein Kandidat aufgestellt werden.



Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist nicht möglich, da Beginn und Ende der IHK-Zugehörigkeit gesetzlich geregelt sind
Auskunft IHK-Bundesverband

Kann man andere vorschlagen?

Man kann sich selbst oder andere vorschlagen. Diese müssten allerdings über ihre Kandidatur Bescheid wissen und eine Wahlannahmeerklärung unterschreiben, heißt es von der IHK Köln.

Braucht man Unterstützer?

Alle Kandidatinnen oder Kandidaten brauchen jeweils drei Unterschriften von Unterstützenden aus der eigenen Wahlgruppe.

Welche Fristen gibt es?

Seit dem 14. Mai bis zum 3. Juni können alle an einer Kandidatur Interessierten per Mail oder per Post Wahlvorschläge einreichen.

Wer kann wählen und wie und wann?

Wahlberechtigt sind alle IHK-Mitglieder. Die Vollversammlungswahl findet vom 1. Oktober bis zum 4. November 2024 per Briefwahl und digital per Online-Wahl statt. 

Was hat es mit den Gruppen auf sich?

Die Kandidatinnen und Kandidaten für die 92 Sitze treten in 31 Wahlgruppen an. So wird sichergestellt, dass Mitglieder aus verschiedenen Branchen und allen Kammerregionen in der Vollversammlung vertreten sind. „Die Anzahl der Sitze pro Wahlgruppe wird nach Zahl der Mitglieder pro Branche, Zahl der Mitarbeitenden und Höhe des Gewerbe-Ertrags im Verhältnis 1:2:2 gewichtet“, heißt es von der Kammer. Bei der Vollversammlungswahl 2024 gibt es neben den klassischen Wahlgruppen, wie „Produzierendes Gewerbe“, erstmals drei neue Wahlgruppen: „Energie & Umwelt“, „Gesundheitswirtschaft“ und „Bildung & Forschung“. 

Wird die amtierende Präsidentin zur Wahl als VV-Mitglied anstehen, auch als Präsidentin?

„Zur Frage, wer kandidiert, kann die IHK Köln zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen. Die Kandidierendenliste wird zunächst vom Wahlausschuss festgestellt und dann Ende Juni veröffentlicht“, heißt es von der IHK. Die Präsidentschaftswahl finde in der konstituierenden Sitzung der neuen Vollversammlung statt.

Hier ist der vollständige Text.

Ihr Thorsten Breitkopf
Zum Autor: Thorsten Breitkopf, Chef der Wirtschaftsredaktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Rheinländer hat die Position 2019 übernommen. Breitkopf kommt von der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf, wo er als Wirtschaftsredakteur arbeitete. 
Wirtschafts-Ressortleiter Thorsten Breitkopf
Breitkopf beschäftigte sich unter anderem mit den Themen Luftfahrt, Kreditwesen, Industrie, Handwerk und Dienstleistungen. Der Diplom-Kaufmann absolvierte nach dem Abitur eine Lehre zum Bankkaufmann und war mehrere Jahre als Bilanzanalyst bei der Deutschen Bank unter anderem in Köln tätig.

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BULLE DER WOCHE  Hotels zur EM
Am 14. Juni beginnt die Fußball-Europameisterschaft. Viele Fans werden die Spiele auf öffentlichen Plätzen verfolgen, wie hier auf der Rennbahn. Die Kölner Hotels sind schon gut gebucht.
Foto: Julian Huke

Gastronomie und Hotellerie dürften in den kommenden Wochen ein Sommermärchen erleben - zumindest an den Austragungsorten der Fußball-EM. Das sportliche Großereignis lockt Millionen Fans in Stadien und Fanzonen, so auch nach Köln: „Die Kölner Hotels sind für die vier Vorrundenspiele bereits gut ausgelastet. Es gibt aber weiterhin auch für Kurzentschlossene Zimmerverfügbarkeiten“, sagt Köln-Tourismus-Geschäftsführer Jürgen Amann.

BÄR DER WOCHE  ESPRIT

Für die Esprit-Filiale auf der Kölner Schildergasse war schon 2020 Schluss. (Archivbild)

Copyright: Peter Rakoczy

Es hatte sich schon angedeutet, nun ist es offiziell: Die Modekette Esprit ist in Deutschland zahlungsunfähig und hat für ihre Obergesellschaft Esprit Europe GmbH sowie für sechs weitere deutsche Töchter am heutigen Mittwoch Anträge auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Rund 1.500 Mitarbeiter sind direkt betroffen, sie wurden am Mittwoch bei einer Versammlung in Ratingen über die Planungen informiert. Was nun aus den Läden wird.

PODCASTEMPFEHLUNG 
Das K steht für Köln – und so spricht Martin Dowideit, stellvertretender Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in ekonomy mit K mit interessanten Persönlichkeiten der Wirtschaft aus Köln und der Region.
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