🚆Wie schwer es sich Berlin mit der Marschbahn machtshz / Neues aus der Chefredaktion | | Dirk Jennert
Regionalchef SH-Mitte
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Wenn man wie ich einen herzlichen Großonkel hatte, der zeitlebens keinen Führerschein besaß und seinen Neffen gern mit auf Reisen genommen hat, ergibt sich fast automatisch eine Präferenz für ein ganz bestimmtes Verkehrsmittel. Es ist die Bahn (‚… die in meinem Sprachgebrauch immer noch als Eisenbahn verankert ist, aber dann machen sich die Kollegen lustig). Ganz Schleswig-Holstein haben mein Großonkel Walter und ich damit in den Ferien erkundet.
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Und was ich in meiner gesamten Kindheit und Jugend nicht einmal erlebt habe, ist ein Lokschaden auf offener Strecke. Lokomotiven waren für mich bis ins Erwachsenenalter erstklassige Maschinen, die niemals ausfallen. Heute weiß ich, dass es auf die Qualität der Wartung ankommt.
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Bundestag schiebt Marschbahn-Ausbau an |
Trotzdem bin ich noch heute ein Fan der Bahn und ärgere mich darüber, wie stiefmütterlich sie bisweilen von den Menschen behandelt wird, die die Verantwortung für sie tragen. Ein Beispiel dafür ist ein aktueller Beitrag unseres Berliner Korrespondenten und meines früheren Volontärskollegen Henning Baethge. Er hat zur Marschbahn recherchiert. Anlass ist ein Beschluss des Deutschen Bundestages. Das Parlament hat den Weg für die weitere Planung des zweigleisigen Ausbaus der Strecke zwischen Niebüll und Westerland freigemacht.
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Zug auf der Marschbahnstrecke: Die Linie soll durchgehend zweigleisig ausgebaut werden.
Foto: Frank Molter
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Glauben Sie aber bitte nicht, liebe Leserinnen und Leser, dass spätestens zur übernächsten Saison die erheblichen Störungen auf der Marschbahn-Strecke der Vergangenheit angehören. So schnell mahlen die Mühlen der Politik grundsätzlich nicht.
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Und im hier vorliegenden Fall dürften die Mühlen erst gar nicht mit dem Mahlen beginnen, denn der Bundestagsbeschluss enthält die ernüchternde Formulierung, dass „in der aktuellen Finanzplanung mittelfristig keine Haushaltsmittel für eine unmittelbare Umsetzung verfügbar sind“.
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Na, prächtig. Es wird also etwas versprochen, was im Grunde gleich wieder einkassiert wird. Bei der Bahn geht man ohnehin davon aus, dass frühestens 2032 mit dem Bau begonnen werden kann und ein Abschluss erst 2039 zu erwarten ist.
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Geschätzte Kosten: 426 Millionen, aber es könnte mehr werden |
Bevor Sie sich jetzt fragen, wie sich das auf die Kostenseite auswirkt, hier die ernüchternden Zahlen des Bundestages. Derzeit liegt die Kostenschätzung für den Marschbahnausbau bei 426 Millionen Euro. Wenn alles schiefgeht, was schiefgehen kann, etwa die Zeitplanung, könnten es über 900 Millionen Euro werden. Wir werden Sie über alles zu diesem Thema auf dem Laufenden halten. Kollege Baethge in Berlin und die Kollegen aus der Sylter Redaktion sind da immer am Ball.
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Nicht alles ändert sich so schnell wie gedacht … |
Zurück zum Anfang der Geschichte: In meiner Erinnerung muss ich etwa acht Jahre alt gewesen sein, als ich mit meinem Großonkel Walter mit der Bahn von Schleswig nach Sylt fahren durfte. Auf offener Strecke zu warten, um einen entgegenkommenden Zug durchfahren zu lassen, war damals für mich etwas sehr Spannendes. Just in dem Moment kam der Schaffner vorbei, um zu kontrollieren, ob jemand zugestiegen war.
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Mein Onkel regte sich darüber auf, dass die Strecke nicht zweigleisig sei. Und ich erinnere mich genau, wie der Schaffner sinngemäß zu mir sagte: „Wenn du mal groß bist, mien Jung, muss hier niemand mehr auf einen anderen Zug warten.“ Das ist 47 Jahre her.
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Zehnjähriger Junge verhindert Waldbrand |
Vielleicht geht es Ihnen da wie mir: Wenn mich eine Sache geärgert hat, so wie bei der Marschbahn-Geschichte geschehen, brauche ich etwas Nettes fürs Herz. So gesehen haben die Kollegen aus Pinneberg heute mein seelisches Gleichgewicht wiederhergestellt.
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Unsere Reporterin Manu Schmickler schrieb einen schönen Beitrag über einen zehnjährigen Jungen namens Mohamed. Mohamed hat am 8. Mai auf dem Heimweg nach seinem Fußballtraining Qualm über einem Wald in der Nähe von Elmshorn bemerkt. Sofort drehte er um und fuhr mit seinem Rad so schnell er konnte zu seinem Fußballtrainer zurück, um Alarm zu schlagen. Die Feuerwehr rückte aus und konnte noch rechtzeitig einen Waldbrand verhindern.
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Mohamed ist erst zehn Jahre alt – und reagierte trotzdem genau richtig, weil er bei einem drohenden Waldbrand in Klein Nordende die Gefahr erkannte.
Foto: Manu Schmickler
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Die Helfer zeigten sich nun beeindruckt von Mohameds Eingreifen und haben dem Jungen als Dank einen spannenden Nachmittag bei Feuerwehr und Polizei beschert. Die lesenswerte Geschichte finden Sie hier.
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Ich wünsche Ihnen ein schönes Pfingstwochenende!
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Ihr
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Dirk Jennert
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Was heute noch wichtig ist |
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