22.05.2026 | Im Browser lesen noz
Sport im Norden
Wie im Profifußball, wo es in der 1. und 2. Bundesliga jeweils ein echtes Abstiegsendspiel gab, so herrschte auch in Schleswig-Holsteins Amateurfußball in vielen Spielklassen Hochspannung, als am dritten Mai-Wochenende der letzte Spieltag ausgetragen wurde. Und wie beim FC St. Pauli, der sich durch die 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg nach zwei Jahren wieder aus der Erstklassigkeit verabschieden musste, so „erwischte“ es am Samstag auch Eutin 08.

Abstiegskampf wird am „Grünen Tisch“ mitentschieden

Der Abstieg der Ostholsteiner aus der Oberliga Schleswig-Holstein ist besonders tragisch, weil sie den Klassenerhalt schon sicher zu haben schienen. Der uneinholbare Vier-Punkte-Vorsprung, den sie auf dem rettenden 13. Rang liegend nach dem vorletzten Spieltag auf den Tabellen-14. MTSV Hohenwestedt hatten, schmolz dann aber ohne eigenes Verschulden auf einen Zähler zusammen. Denn die MTSV-Verantwortlichen hatten im zweiten Anlauf Erfolg mit einem Protest gegen die am 29. April bezogene 1:2-Niederlage beim 1. FC Phönix Lübeck II.

Übte nach dem Abstieg von Eutin 08 Kritik am Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verband: Dennis Jaacks, der nun scheidende Trainer der Eutiner.   Foto: Johannes Speckner

Weil sich der bei der Phönix-Reserve eingesetzte Vladyslav Kraiev bei der Liga-Mannschaft des Clubs festgespielt hatte, wertete der SHFV die Partie in einen 5:0-Sieg der Hohenwestedter um. So lag der MTSV nur noch einen Zähler hinter dem rettenden Ufer – und machte mit einem 3:0-Sieg in Eutin den Klassenerhalt perfekt. Der nun scheidende 08-Trainer Dennis Jaacks übte anschließend harte Kritik auch am Verband. Fakt ist: Für die Ostholsteiner geht es dagegen nach zwei Jahren zurück in die Landesliga. Deshalb flossen am Samstag um 16.06 Uhr, als der Abpfiff erfolgt war, reichlich Tränen.

HSG Holsteinische Schweiz klettert erstmals in die Regionalliga

Nur anderthalb Kilometer vom Sportplatz entfernt und gute drei Stunden später wurde in Eutin aber auch ausgiebig gejubelt. Die Handballer der HSG Holsteinische Schweiz machten eine Woche, nachdem sie im packenden Rennen um die Meisterschaft in der Oberliga Schleswig-Holstein gegen den TSV Weddingstedt knapp das Nachsehen gehabt hatten, ihren erstmaligen Aufstieg in die Regionalliga Nord perfekt. Die 34:36-Niederlage, die sie im Aufstiegs-Hinspiel beim Hamburger Vizemeister FC St. Pauli kassiert hatten, machten sie durch ein 32:25 im Rückspiel mehr als wett.

Dank erfolgreicher Entscheidungsspiele gegen den FC St. Pauli konnte die HSG Holsteinische Schweiz den Aufstieg in die Regionalliga Nord bejubeln.   Foto: Johannes Speckner

Die fünf Tore Vorsprung, die die Handball-Spielgemeinschaft aus Eutin und Malente letztlich in der Endabrechnung gegenüber dem Team vom Kiez hatte, sind regelrecht komfortabel gegenüber der Meister-Entscheidung in der Fußball-Kreisliga West. Hier sicherte sich der TuS Krempe nämlich den Titel und im dritten Anlauf den Wiederaufstieg in die Verbandsliga, weil er eine um einen (!) Treffer bessere Tordifferenz hat als der VfL Kellinghusen. Freud’ und Leid lagen somit auch im Kreis Steinburg dicht beieinander – aber genau das macht ja den Fußball so reizvoll.
 
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