Hilfe suchte Mina bei der Polizei – zunächst mit wenig Erfolg. Man riet ihr, aus dem Internet zu verschwinden, um sich zu schützen, und bereitete sie darauf, vor, dass solche Bilder kaum noch zu löschen seien. Tatsächlich finden sich bis heute zahlreiche der zu Unrecht benutzten Aufnahmen im Netz.
Wie Collien Fernandes hat auch Mina die Öffentlichkeit gesucht, um auf das Thema aufmerksam zu machen, um Veränderungen herbeizuführen. Die nun aufgeflammte Debatte löst bei Mina viele Gefühle aus. Wut zum Beispiel. „Wie viele Fälle braucht es noch, damit wir Betroffenen, wir Frauen, endlich ernst genommen werden?“, fragt sie. Zweifel. War es auch in ihrem Fall ein Täter, den sie kennt? Aber auch Hoffnung: Dass die aktuelle Aufmerksamkeit endlich Veränderungen herbeiführt.
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Mina und Collien Fernandes haben die Öffentlichkeit gesucht, um sich Gehör zu verschaffen. Das ist ein Schritt, der Betroffenen viel Kraft abverlangt. Viele Menschen, die von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen sind, wagen hingegen nicht einmal den Weg zur Polizei, weiß Marina Walch, Leiterin des Gewaltschutzzentrums „Der Wendepunkt“. Für Opfer sei die Situation oft schambehaftet.