Heute von
Claudia Lehnen
Chefreporterin 
Donnerstag, den 21.05.2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie ehrgeizig sind Sie? Ist ein Spieleabend für Sie nur gelungen, wenn Sie am Ende die meisten Trümpfe ausspielen konnten? Verlassen Sie nur dann zufrieden eine Turnhalle oder ein Sportfeld, wenn Sie mehr Punkte als der Gegner ansammeln konnten? Legen Sie beim Spurt nach der Bahn nochmal den Turbo ein, um den Herrn neben sich abzuziehen? 

Sollte das so sein, will ich Ihnen nun gerne zurufen: Entspannen Sie sich! Denn auch in der Nummer zwei liegt Größe. Ich sage das, weil ich über den Torwart Oliver Baumann nachdachte, der bislang davon ausging, als Stamm-Keeper zur Fußballweltmeisterschaft der Herren zu reisen und nun allem Anschein nach durch den Alt-Torkanzler Manuel Neuer ersetzt wird, der eigentlich schon zurückgetreten war. Nun ist Baumann Nummer zwei und könnte sich ärgern. Aber er könnte auch die Vorteile sehen: Mehr leichtfüßige Höchstleistung, weil weniger Leistungsdruck. Mehr Möglichkeit, echte Teammomente zu erleben - ohne immer als Allererster schlafen gehen zu müssen. Die angenehme Chance, bei eigener Unlust einfach auf die höhere Ebene verweisen zu können: Das kann bestimmt die Nummer eins! Die Stärke, die Top-Position jemandem anderen zu gönnen. Je länger ich darüber nachdenke, umso sicherer bin ich: Das wahre Glück liegt nicht auf dem Siegerpodest, sondern irgendwo auf den folgenden Plätzen.
Optimistin: Vom Glück, die Nummer zwei zu sein | Kölner Stadt-Anzeiger

 
Bis es endlich scheppert
Aber gut, ich bin natürlich auch keine Profisportlerin. Das habe ich verpasst. Sicher aus Gründen. Gewisse Einstiegsmöglichkeiten hätte ich vielleicht noch beim Tischkickern. Als ich zuletzt Dominik Pfingst von der Kicker Crew Bonn besuchte, da erfuhr ich unter anderem, dass das älteste Vereinsmitglied schon an die 90 Jahre alt ist und dennoch behände an den Griffen dreht, bis es endlich im Tor scheppert. Am Pfingstwochenende findet in der Bonner Hardtberghalle das Internationale Turnier der International Table Soccer Federation (ITSF) statt, zu dem 400 Tischkicker aus aller Welt erwartet werden. Was viele als Kneipensport betreiben, verfolgt jemand wie Pfingst mit großer Ernsthaftigkeit. Oft trainiert er mehrere Stunden am Tag den perfekten Pass, er war schon Deutscher Meister und konnte die World Series für sich entscheiden. Was auch Laien für ihren Kneipenauftritt bei ihm lernen können, lässt sich am Wochenende live beobachten. Lesen Sie vorab aber auf jeden Fall diesen Artikel, damit Sie schon ein bisschen Vorbildung mitbringen.
Tischkicker: Wo es für einen Kneipenzeitvertreib sportlich ernst wird | Kölner Stadt-Anzeiger

Dominik Pfingst von der Kicker Crew Bonn organisiert mit seinem Verein das Turnier der International Table Soccer Federation (ITSF) am 23. und 24. Mai in Bonn. Copyright: Alexander Schwaiger

Training für das Arbeitsgedächtnis
Wo wir schon beim Lernen sind: Auch das Gehirn will ja gefordert bleiben. Schließlich fürchten sich viele Menschen vor einer zu früh eintretenden Vergesslichkeit oder gar Altersdemenz. In vielen Fällen ist diese Angst unbegründet, haben Experten nun herausgefunden. Zwar steige die Zahl der Menschen, die beispielsweise von Alzheimer betroffen sind an, das liege aber nur daran, dass Menschen in früheren Generationen das Nachlassen ihres Gehirnes gar nicht mehr erlebten, weil sie vorher starben. Zudem ist ein gewisser Grad an Vergesslichkeit normal und sogar sinnvoll. Ohne diesen Mechanismus könnte man unnötige Informationen nicht ausfiltern. Um einem nachlassenden Arbeitsgedächtnis im Alter entgegenzuwirken, bieten sich verschiedene Trainingsmöglichkeiten an. Laut vorlesen gehört dazu. Oder Sie setzen beim Merken möglichst viele Sinne ein. Vielleicht riecht es bei Ihnen gerade nach frisch geschnittenem Gras?
Die Angst vor dem Vergessen: Wie man das Gedächtnis im Alter stärken kann | Kölner Stadt-Anzeiger
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Kein Grund zur Sorge: Das Vergessen an sich hat seine Berechtigung bei älteren Menschen. Bild: RND

Spargel Essen in Köln und der Region
Oder sogar nach Spargel mit Sauce Hollandaise? Vielleicht ist das aber auch nur eine Halluzination, die sich darin gründet, dass Sie hungrig sind und Appetit auf das ganz besondere Gemüse haben. In diesem Fall kann ich Ihnen nur ans Herz legen, Ihren Gelüsten nachzugehen. Wenn Sie keine Lust aufs Selberkochen haben, verweise ich Sie an die Kollegin Laura Klemens, die die besten Spargel-Restaurants der Region zusammengestellt hat.
Spargel in Köln: In diesen Restaurants wird leckerer Spargel serviert | Kölner Stadt-Anzeiger
Spargel mit Schnitzel und Kartoffeln aus dem Haus Scholzen in Köln. (Archivbild). Bild: Julia Floss
Sehr bewegt hat mich in der vergangenen Woche übrigens noch der Besuch bei Elisabeth Stiefel. Die promovierte Ökonomin ist 97 Jahre alt und wollte mit mir über die Lage der Frauen in Deutschland sprechen. Besonders bedrückt und umgetrieben hat sie, dass die unsichtbare Sorgearbeit, die Frauen leisten, noch immer nicht als Wirtschaftsfaktor gesehen wird. Dabei gründe sich darauf unsere gesamte Gesellschaft und auch jeder wirtschaftliche Erfolg.  "Pflege und Fürsorge – für Kinder, für Alte, für Kranke – das ist die Grundlage, auf der sich unsere gesamte Wirtschaft stützt. Ohne diese Arbeit gibt es keine Arbeitskräfte von morgen, keine funktionierenden Familien, keine tragfähige Gesellschaft. Und trotzdem tut die Wirtschaftswissenschaft seit Adam Smith so, als existierte sie schlicht nicht", sagt Stiefel.

"Sobald eine Frau sich bindet, verliert sie Freizeit"
Das Fundament habe sich seit den 50er Jahren, in denen sie jung war, nicht verändert. Die Lage sei im Gegenteil noch schwieriger geworden. "Die Anforderungen an Frauen haben sich verdoppelt, die Strukturen sind aber nicht mitgewachsen. Frauen sollen heute Vollzeit erwerbstätig sein – aber bitte zu einem schlechteren Lohn - und Kinder großziehen und Pflegebedürftige versorgen. Sobald eine Frau heiratet oder sich bindet, verliert sie Freizeit, weil sie Aufgaben für den Mann mit übernimmt. Und wenn sie sich nicht kümmern, sorgt niemand für ihren Unterhalt. Das ist eine Falle, keine Freiheit."
Lesen Sie bitte das ganze Interview, es lohnt sich!
Unsichtbare Arbeit: Was einer fast 100 Jahre alten Ökonomin zur Deutschen Wirtschaft auf der Seele liegt | Kölner Stadt-Anzeiger
Dr. Elisabeth Stiefel ist 1929 geboren und hat Wirtschaftswissenschaften studiert, promoviert hat sie an der Pariser Sorbonne und in Tübingen. Nach der Geburt ihrer Töchter hat sie als Hilfslehrerin an einer Hauptschule gearbeitet. Bild: Claudia Lehnen
Am Ende möchte ich Sie mal wieder ermuntern, zu einem unserer Medizintalks zu kommen. Für Kurzentschlossene verlosen wir zehnmal zwei Karten für unseren Abend zum Thema "Lungenkrebs: Früherkennung, neue Therapien und Hoffnung für die Zukunft" am Donnerstagabend, 21. Mai, um 19.30 Uhr im Kölner Domforum. Antworten Sie dafür bitte bis heute 14 Uhr auf diese Mail mit dem Betreff "Lungenscreening". Die Gewinner werden noch am Mittwoch benachrichtigt. Wer sich für Hoffnungsvolles in Sachen Schlaganfall interessiert, kommt am 18. Juni ins Domforum zu Professor Christian Dohmen vom Gemeinschaftskrankenhaus Bonn. Er erzählt alles rund um Prävention und Therapie. Tickets gibt es bei Rausgegangen.

Ein Tumor in einem Lungenflügel Bild: GettyImages/Istockphotos

Jetzt wünsche ich Ihnen noch ein erholsames und sonniges Pfingstwochenende! Das Wetter soll ganz fantastisch werden. Also gehen Sie schwimmen, grillen, im Park spazieren, essen Sie - wie Kollegin Julia Floß vorschlägt - ein vietnamesisches Sandwich in der Kölner Südstadt, schlendern Sie über einen Flohmarkt oder fahren Sie mit einem Boot. Und vergessen Sie nicht, das Grundgesetz zu feiern, das wird am Freitag nämlich 77 Jahre alt. In der TH Köln gibt es deshalb eine Plakataktion zu sehen, die Sie besuchen können. Für mich gibt es ein Familientreffen, an dem vier Generationen teilnehmen, die ältesten Gäste haben die Geburtsstunde der Verfassung schon miterlebt. 
Gute Nachricht für Ihre Gesundheit
Forscher entdeckten, dass bestimmte Gehirnzellen nach dem Sport noch lange aktiv bleiben. Diese anhaltenden Signale helfen dem Körper, Ausdauer aufzubauen – Sport ist also gleichzeitig ein Gehirntraining. Eine Studie dazu haben nun amerikanische und koreanische Forscher veröffentlicht.
Kleines Lexikon der Vitamine und Mineralstoffe

Zink:

Zink ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Körper für zahlreiche Stoffwechselprozesse, die Wundheilung und ein funktionierendes Immunsystem benötigt. Auch gesundes Haar und starke Fingernägel brauchen Zink. Selbst herstellen kann der Körper es nicht, weshalb man es täglich über die Nahrung aufnehmen muss. Gute Zinklieferanten sind zum Beispiel Rind- und Schweinefleisch, Geflügel, Käse, Milchprodukte und Eier. Aber auch Pflanzen wie Cashewkerne, Hülsenfrüchte und Haferflocken füllen den Zinkspeicher auf.

Haferflocken liefern Zink und können dabei helfen, Erkältungen zu verkürzen. Bild: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Ihre Claudia Lehnen
Zur Autorin: Claudia Lehnen, Jahrgang 1978, ist Chefreporterin  und interessiert sich besonders für Geschichten, in denen echte Menschen hinter Zahlen und Gesetzen sichtbar werden. Sie liebt Yoga, Stricken, Rennen, Freibäder und ihr Patchworkleben mit Mann, drei Kindern und einer Enkelin.

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