🌺 🌼 Rasenmähen und Wildblumenwiese: Im Garten geht manches zusammenIm monatlichen Garten-Newsletter nimmt Sie Redakteurin Julia Kuhlmann mit in ihren großen Garten. Ein Brief voller Gartenleidenschaft mit vielen Tipps und Erfahrungsberichten. | | Julia Kuhlmann
Redakteurin Lokales und Gartenthemen
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Liebe Gartenfreunde,
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hat Ihr Garten Ihnen im Mai auch zahlreiche Geschenke gemacht? Ich mache den anständigen Regen zur passenden Zeit für den außerordentlich reichen Blütensegen, besonders saftiges Grün und großes Wachstum verantwortlich. Jetzt sehen wir hoffentlich einem wundervollen Gartensommer entgegen.
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Ich habe den Mai in vollen Zügen genossen. Ich bin sicher, meine Akeleien noch nie so groß und so vielfältig erlebt zu haben. Dieser Tanz der zarten und so zahlreichen Blüten! Ein Traum!
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Akeleiblüten tanzen vor der dunkelgrünen Kulisse der Hainbuchenhecke.
Foto: Julia Kuhlmann
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Ein Traum in Lila: Tanz der Schwertlilien-Blüten |
Auf der vollsonnigen Gartenseite ein weiterer Blütentanz: Dort lebt ein Pulk an Schwertlilien, die die Gesellschaft der Nachtviole (Hesperis matronalis) schätzen. Zusammen wird daraus ein fantastischer blau-lila Blütenreigen in wunderbarer Höhe zum Betrachten.
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Lila Zeiten in diesem Beet: Schwertlilien-Blüten und Nachtviole
Foto: Julia Kuhlmann
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Mein Entschluss steht: Ich brauche mehr Schwertlilien. Denn eines ist mir in diesem Frühjahr besonders aufgefallen. Mein Garten hat, sobald die Zwiebelblumen durch sind, ein kleines Blütentief. Nicht überall, aber durchaus an nennenswerter Stelle. Da kämen diese hübschen Blüten ab Mai doch sehr gelegen.
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Mein Garten punktet eher spät im Jahr |
Mein Garten punktet dafür im Spätsommer und Herbst mit vollem Getöse. Das darf auch gerne so bleiben, aber das eine oder andere früh Blühende werde ich im Herbst nachpflanzen. Denn jetzt ist es mir zum Pflanzen eher zu warm. Es will ja niemand mit der Gießkanne neben seinen Neupflanzungen stehen.
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Zur ganzen Garten-Wahrheit des Frühjahres und Frühsommers gehört, dass uns der Garten in der schönsten Zeit, in der alles so herrlich wächst, auch einiges abverlangt. Neues will versorgt werden, und sobald man sich umdreht, ist irgendwo, wo immer ein Weg war, der Durchgang klammheimlich botanisch verschlossen worden. Als sei man da nicht quasi gestern noch entlanggegangen.
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Wie halten Sie es mit dem Mähen? |
Bleiben wir beim Wachstum, das ja auch vor dem Rasen oder Gras nicht Halt macht. Wie halten Sie es mit dem Mähen? Es gibt Kreise, in denen es fast ein Quäntchen Mut erfordert, zu sagen, dass man mäht. Auch im Mai. Nicht überall, aber zwischen den Pflanzungen.
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Ich bin noch ein Stückchen weitergegangen und habe darüber geschrieben, warum ich sogar zwei Mähroboter einsetze und was ich in den elf Jahren dabei schon erlebt habe in einem durchaus naturnahen Garten. Für mich kein Widerspruch. Ehrensache: Die Geräte fahren mit Rücksicht auf Igel selbstverständlich nicht in der Dämmerung oder nachts.
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Mähroboter fährt an Brennnesseln vorbei, ohne sie anzutasten.
Foto: Julia Kuhlmann
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Die Sache mit dem Mähen: Zwei Perspektiven, zwei Kolumnen |
Es war übrigens ein humorvolles Kolumnen-Gefecht mit einem Kollegen, der darüber schrieb, warum er niemals einen Roboter haben wolle. Er empfindet Rasenmähen als meditativ. Das geht mir nicht so, was etwas mit der Größe meines Gartens zu tun haben könnte. Ich würde bei dieser Art der Meditation so viel Zeit verlieren, dass ich nicht mehr zum Gärtnern käme.
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Vielleicht haben Sie Lust, unsere Kolumnen zum Thema Mähen zu lesen? Die vom Rasenmäh-Freund Lucas Wiegelmann finden Sie hier. Und zu meiner Kolumne über die „Herren O.“, so heißen meine Mähroboter, geht es hier entlang.
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So sehen die frisch angelegten Wildblumenwiesen aus |
Im vergangenen Herbst hatte ich einige Flächen mit regionalem Saatgut als Wildblumenwiesen angelegt. Da blüht es jetzt wahrlich reich.
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Blüten, wohin das Auge blickt: Diese Wildblumenwiese wurde im vergangenen Herbst angelegt.
Foto: Julia Kuhlmann
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Bald schon muss ich diese Flächen zum ersten Mal mähen. Auch wenn es schwerfällt, geschieht das, wenn sie noch blühen. Ein guter Zeitpunkt dafür soll sein, wenn die Margeriten soeben verblühen. Ein zweiter Schnitt wird dann im August/September erfolgen.
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Ich habe mir fürs Mähen dieser Flächen auf einem Markt eine alte, aber schön geschärfte Handsense gekauft. Das Mahdgut wird dann ein Weilchen auf der Fläche liegen bleiben, damit die Samen ausfallen. Danach wird es abgeräumt, damit der Boden mager bleibt. Jetzt blüht noch allerhand, darunter der Mohn, der zugunsten anderer Arten nach und nach verschwinden wird.
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Der neue Teich entwickelt sich zum Lieblingsplatz |
Auch erst im vergangenen Herbst wurde mein Teich angelegt. Beim Schreiben dieses Briefes stand ich in einer schöpferischen Pause mitten am Tage dort und sah glücklich den wilden Flugmanövern von Libellen zu. Der Bereich entwickelt sich zu einem neuen Lieblingsplatz im Garten. Zuvor hatte ich mit diesem Gartenteil eher weniger zu tun.
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Die Pflanzen im Teich und drumherum brauchen noch etwas Zeit, aber sie entwickeln sich.
Foto: Julia Kuhlmann
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In Kürze soll ein gemütlicher Sitzplatz am Teich entstehen. In der Zwischenzeit ist der dafür vorgesehene Platz schon wieder wild zugewachsen, sodass mir auch an dieser Stelle die Arbeit nicht ausgehen wird.
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Bulgarischer Lauch ist eine Zwiebel-Schönheit |
Womöglich habe ich Ihnen Bulgarischen Lauch (Nectaroscordum siculum ssp. bulgaricum) schon einmal ans Herz gelegt? Dann entschuldigen Sie bitte die neuerliche Begeisterung für diese Zwiebelpflanze. Sie ist einfach wundervoll! In meinem Garten kommt sie zuverlässig Jahr für Jahr wieder, womöglich ist sogar das eine oder andere Exemplar durch Vermehrung dazugekommen.
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Apart hängen die Glöckchenblüten des Bulgarischen Lauchs an den Blütenstielen.
Foto: Julia Kuhlmann
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Ich finde die Blüten des Bulgarischen Lauchs derart apart! Und wie sie sich in ihrer Entwicklung sozusagen selbst auspacken – das muss man einfach gesehen haben! Die Zwiebeln gehören in meinen Augen auf den Einkaufszettel für den Herbst.
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Mit welcher Kraft die Stauden austreiben! |
Welche Pflanze könnte die ungeheure Kraft des Wachstums um diese Jahreszeit besser transportieren als der Alant? Mich überraschen die Riesenblätter jedes Jahr aufs Neue um diese Zeit. In meinem Garten schieben sie sich hinter einem großen Findling hoch. Und wenn sie erst mit ihren hübschen, gelben Strahlenblüten begeistern!
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Alant treibt riesige Blätter hinter einem großen Findling.
Foto: Julia Kuhlmann
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Venusta pendula: ein rosiger Alleskönner in meinem Garten |
Die Rose Venusta pendula dahinter steht kurz vor der Blüte. Dieser Rambler mit seinen zartrosa Blüten ist bei den Rosen mein Joker für alle Fälle, wo mal schnell Rosiges hin soll. Der Rose wird nachgesagt, dass sie Halbschatten verträgt, und wahrlich: Halbschatten ist für den Ort, bei dem sie bei mir unter der großen Eiche herrlich wächst und blüht, fast geschönt.
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An anderer Stelle wächst sie an einer Südwand – Sie sehen schon: (m)ein Alleskönner.
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Überbordendes Wachstum: Die Rose „Venusta pendula“ gedeiht hier an einer Gebäudewand nach Süden, genauso aber auch im Schatten am Fuß der großen Eiche.
Foto: Julia Kuhlmann
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Die Blüten dieser robusten Rose mit den süßen halboffenen Schalenblüten verwandeln sich von zartem Rosa in fast Weiß. Ich vermehre sie bei Bedarf problemlos über Stecklinge. Venusta pendula ist einmalblühend und insektenfreundlich.
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Nun wünsche ich Ihnen einen zauberhaften Juni im Garten und anderswo und grüße Sie herzlich! Bis zum nächsten Brief Anfang Juli.
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Ihre |
Julia Kuhlmann |
P.S.: Haben Sie Anregungen für diesen Brief oder möchten Kritik oder gar Lob äußern? Schreiben Sie mir gerne unter j.kuhlmann@noz.de. Haben Sie Gartenfreunde, die diesen Brief auch mögen würden? Leiten Sie ihn gerne weiter, auch über die Symbole unten, beispielsweise via WhatsApp möglich. Um ihn dann selbst zu abonnieren, bitte diesen Link nutzen. Meine Gartenartikel finden Sie gesammelt auf einer Themenseite. |